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1989 – Vielleicht ist ja morgen schon alles anders… Der Film

Eine Spielfilmproduktion

Premiere:

Inhalt

Eins muss man ja Corona lassen: Nachdem erst für die Kultur so gar nichts ging, ermöglichten uns später großzügige Förderungen im Rahmen der Coronahilfen Neustart Kultur eine völlig neue Zielrichtung für unsere Kulturreederei. Basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von Martin Kreusch entstand der Spielfilm 1989 – Vielleicht ist ja morgen schon alles anders. Im September 2021 fand der Dreh in Halle statt und der Kulturfalter berichtete live vom Set:

„Ab in die Maske

Du bist drei Minuten zu spät“, raunzt mich Aufnahmeleiter Clemens Walther gleich zu Beginn des Drehtages um 10.08 Uhr an. Ich begleite heute Schauspieler René Klein bei seinem Dreh und schaue dem Filmteam der Kulturreederei über die Schulter. „Zum Dreh ist man pünktlich.“, klärt mich Clemens auf. „Nach fünf bis sechs Minuten Verspätung, gibt es den ersten Anruf von mir“. Clemens ist 21 Jahre alt, Aufnahmeleiter und sonst bei „In aller Freundschaft“ tätig. Ein Profi , wie man schnell merkt, der immer freundlich, aber bestimmt im Ton, den Drehablauf im Überblick hat. Zuerst schlüpft René ins Kostüm und sitzt wenige Minuten „in der Maske“, wie es auf filmisch heißt. Hier hat Antje Noch das Sagen und ihr rinnen schon die Schweißperlen von der Stirn. Bevor es losdreht, muss jeder Schauspieler zu ihr und sich pudern und frisieren lassen. Sie hat Stress, während andere noch fröhlich Tischtennis spielen. René sieht nach kurzer Zeit jünger und frischer aus und irgendwie ebenmäßig. So eine Maskenbildnerin bräuchte man an manchen Tagen daheim auch.

Schauspielprobe

Doch zum Durchatmen bleibt René keine Zeit. Clemens steht schon wieder hinter ihm und schaut auf die Uhr – der Dreh soll beginnen. Bevor gedreht wird, wird die Szene geprobt. Heute stehen René, Claudia Berkow, Karl-Heinz Berkow und Kerstin Franke vor der Kamera. Dahinter Matthias Reger und Judith Hanke (beide Kamera), Alejandro Weyler (Ton), Maik Uhlig (Licht) und aus dem Off oft genug noch Regisseur Martin Kreusch. Bei der Schauspielprobe ist er logischerweise im Set mit dabei. Geprobt wird im ersten Moment nicht der Text, sondern vor allen Dingen Wer wann wo entlangläuft, die Hand hebt, den Kopf wendet, den Stuhl hebt und und und … Beim Film spielt man eben anders, wie alle Theaterschauspieler am Set bestätigen.

Technikprobe

Dazu kommt, dass auf der „Bühne“ ja nicht nur die Schauspieler stehen, sondern auch der Tonmann, klassisch mit langer Mikrophonstange, das Kamerateam und ganz wichtig die „Continuity“. Die Kontinuität verkörpern Lal Lucie Kreusch und August Geyler. Damit keine logischen Fehler im Film sind, achten sie auf jedes Detail: Stehen die Schachfiguren richtig? Wie viel Bier war in der letzten Szene noch im Glas? Wo stand der Stuhl? Gefühlt 2000 Fotos werden gemacht, damit es keine logischen Fehler gibt. Wahrscheinlich könnte man den ganzen Film so auch als Daumenkino sehen. Dazu muss ebenso das Licht  stimmen, die Akkus der Kameras müssen voll sein, Sichtachsen und Frontalen müssen geklärt werden. Ist das endlich geschehen, kann es losgehen.

Probe zusammen

Falsch gedacht, denn nun muss das Zusammenspiel klappen. Das heißt vor allen Dingen „Ruhe am Set“, wozu Clemens mehrfach auffordern muss. René sitzt auf seinem Stuhl und starrt das Schachbrett an. Kerstin putzt Gläser an der Bar. Karl-Heinz läuft rein, und Claudia steht erst mal am Rand. Mit einem „Bitte“ aus dem Off , gesprochen von Regisseur Martin Kreusch, geht der Zirkus los. Ein Gespräch beginnt, Schauspieler bewegen sich anhand von Bodenmarkierungen durch den Raum, die Kameras schauen zu ohne aufzuzeichnen. Und dann passiert es: Kerstin ist nicht richtig im Bild, das Mikro vom Ton dafür umso mehr, die Schachfiguren fallen um, und in der Deko stimmt was nicht. „Stopp“ ruft Martin aus dem Off . „Alles auf Anfang“, verkündet Clemens von der Seite. Alle laufen zurück auf ihre Positionen – und los geht’s. Und noch einmal. Und noch einmal. Und noch ein einziges Mal und wieder. Filmdrehen ist ein Geduldspiel.“

Link zum kompletten Filmfeature

Mitwirkende an Deck

Klaus-Dieter Bange, Martin Große, Anja Jünger, Andrea Martin, Tillmann Meyer, Simon van Parys, Oliver Rank, Katja Röder, Martin Sommer, Manuel Wagner, Stephan Werschke, Bartel Wesarg

Mitwirkende im Maschinenraum

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